Juni 2024: Angesichts der weiter zunehmenden Häufigkeit und Schwere realer Hochwasserkatastrophen habe ich dieses Buch aus dem Handel genommen.

In dem Roman wird die beschriebene, etwas weniger schwerwiegende Hochwassersituation zwar nicht leichtgenommen oder verharmlost, doch die Not der aktuell Betroffenen lässt es mir angebracht erscheinen, zurzeit keine eher „leichten“ Geschichten zu diesem Thema anzubieten.

Klappentext

»Wasser bis zum Hals« ist die überarbeitete und erweiterte Neuausgabe des 2015 unter dem Titel »Kaffeeklatsch mit Goldfisch« erschienenen Romans. Jetzt als Directorʼs Cut der Autorin mit der zusätzlichen, in der Originalausgabe fehlenden Erzählperspektive des Goldfisches.
Sechs Frauen, ein Hochwasser und ein Goldfisch: Warmherziger Roman um Frauenfreundschaft, Hilfsbereitschaft und ein schicksalsveränderndes Zusammentreffen.
Manchmal muss man erst aus der Bahn geworfen werden, um den richtigen Weg wiederzufinden.

Antonia Kronenberg, 42, selbstständige Apothekerin im idyllischen Jeetzeburg an der Elbe, hütet ein bedrückendes Geheimnis: Ihre geliebte Apotheke steht vor dem Bankrott. Außerdem hat die betriebsame, an Eigenständigkeit gewöhnte Geschäftsfrau sich von ihrer Familie entfremdet und fürchtet um ihre ehemals glückliche Ehe. Doch vor lauter Arbeit bleibt Antonia keine Zeit, sich mit ihren Sorgen auseinanderzusetzen. Erst, als eine größere Katastrophe sie mit einer Handvoll sehr verschiedener Frauen in einer besonderen Hochwasser-Hilfsaktion zusammenbringt und zum Innehalten zwingt, begreift sie, dass jede von ihnen allein mit Problemen kämpft, gegen die sie gemeinsam stärker wären. Ihre beste Freundin Helen, ihre Angestellte Carolin, ihre betagte Stammkundin und ehemalige Grundschullehrerin Frau Lilienthal, die vielfache Mutter Petra und die distanzierte Ärztin Elke Kosewitz – sie alle stehen vor ganz unterschiedlichen Schwierigkeiten, zu deren Überwindung sie mehr Hilfe bräuchten, als sie zugeben wollen. Werden die Frauen einander beistehen können?

 

Erstmalig erschienen im Goldmann Verlag, 2015, 317 Seiten

Die E-Book-Ausgabe ist zurzeit nicht erhältlich

Die gedruckte Originalausgabe ist antiquarisch erhältlich.

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Erzählperspektiven

»Wasser bis zum Hals« wird aus fünf Blickwinkeln erzählt: Abwechselnd begleitet man Antonia, Helen, Petra, Carolin und den Goldfisch Karassius, der als Ich-Erzähler von seiner abenteuerlichen Reise bis zum Zusammentreffen mit den Frauen berichtet.

Humor und ernste Themen

In der Geschichte von Antonia, Helen, Carolin, Petra, Frau Lilienthal, Dr. Elke Kosewitz und Karassius kommen viele ernste Themen zur Sprache, die den meisten von uns auf die eine oder andere Art wahrscheinlich schon einmal im Alltag begegnet sind. Ich hoffe, dass »Wasser bis zum Hals oder Kaffeeklatsch mit Goldfisch« trotzdem keine bedrückende Wirkung hat, sondern vielmehr auf heitere Weise zeigt, wie gut uns Warmherzigkeit, Zusammenhalt und Hilfsbereitschaft in Krisenzeiten tun.

Widmung

In Dankbarkeit gewidmet ist der Roman den Menschen, die in Zeiten der Flutkatastrophen dabei geholfen haben, Verluste und Schäden zu begrenzen, und denen, die in Zukunft dabei helfen werden.

Hintergrund und Inspiration

Vorbemerkung zum Roman von 2023

Als ich diesen Roman 2014 schrieb, hatte ich das große Elbhochwasser von 2013 noch frisch im Gedächtnis. Inzwischen folgten jener Überflutung weitere Flutkatastrophen, die zum Teil noch schlimmere Folgen hatten. Vor allem die Erinnerungen an das furchtbare Unglück im Ahrtal von 2021 ließen mich vorübergehend daran zweifeln, ob ich eine Geschichte, in der ein Hochwasser eine so vergleichsweise harmlose Rolle spielt wie in »Kaffeeklatsch mit Goldfisch/Wasser bis zum Hals«, wirklich neu herausbringen sollte.

Doch die vielen Themen des Romans sind noch immer aktuell, und besonders das große Wunder der menschlichen Hilfsbereitschaft wird hoffentlich immer aktuell bleiben.

Ich wünsche uns allen, dass wir zügig lernen, den Auswirkungen der sich häufenden großen Naturkatastrophen wie der im Ahrtal in Zukunft besser vorzubeugen.

Nachwort des Romans von 2014

Immer neue Hochwasser-Rekorde prägten in den vergangenen Jahren die Elbufer-Regionen. Für viele Menschen kam es zu niederschmetternden Schäden an ihren Häusern und Besitztümern. Die Berichte von diesen Katastrophen zu verfolgen und das Unheil aus der Nähe zu beobachten, war eine erschütternde Erfahrung. Ich wünsche allen Betroffenen von Herzen, dass der Hochwasserschutz sie in Zukunft besser vor den Fluten bewahrt, und hoffe, dass sie mir den mitunter heiteren Ton von »Kaffeeklatsch mit Goldfisch« nicht übelnehmen.

So furchtbar die extremen Überflutungen waren, so großartig war die Hilfsbereitschaft, die sie auslösten. Tatsächlich trafen sich ganze Schulklassen, um gemeinsam Sandsäcke zu füllen, wurden Nachbarn und Bekannte, aber auch Wildfremde zu freiwilligen Helfern.

Ihnen widme ich dieses Buch, denn meine Freude an ihrer Warmherzigkeit hat mich dazu inspiriert, es zu schreiben.

Karassius. Wie der Goldfisch in den Besenschrank kam.

Dafür, dass die Goldfische den Weg in die Geschichte gefunden haben, danke ich einer Bekannten, die einmal einen wunderschönen, im Überflutungsgebiet nahe der Elbe gelegenen Garten mit einem kleinen Fischteich besaß. Ich war so fasziniert von der Idee solcher »Hausfische«, deren Welt sich bei einem Hochwasser plötzlich gewaltig vergrößert und die ihre Chance zum Auswandern nutzen, dass ich einem der Goldfische sogar eine eigene Erzählstimme verlieh. (In der Originalausgabe »Kaffeeklatsch mit Goldfisch« von 2015 war sie jedoch nicht enthalten.)

Für die vorliegende Neuausgabe dieses Romans habe ich nicht nur den Text sprachlich erneut überarbeitet, sondern vor allem die Perspektive von Goldfisch Karassius wieder eingefügt, die ich beim ersten Erscheinen des Buches auf Wunsch des Verlagslektorats gestrichen hatte.

Ich war damals mit der Änderung einverstanden gewesen, doch im Laufe der Zeit tat es mir zunehmend leid, dass ich auf Karassiusʼ »Unterwasserperspektive« verzichtet hatte. Das Argument des Verlags war gewesen, dass meine Leserinnen und Leser mit einem denkenden und erzählenden Fisch nichts würden anfangen können. Doch ich bin überzeugt davon, dass das ein Irrtum ist und habe daher mit großem Vergnügen meinem Goldfisch seine Stimme zurückgegeben. Viel Spaß also mit meinem Karassius!