Erstmalig erschienen im Bastei Lübbe Verlag, 2018

460 Seiten

ISBN: 978-3-404-17698-4

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Klappentext

17. Jahrhundert: Intrigenspiel der mächtigen Frauen am Herzogshof von Hannover.
Hannover, 1682: Die junge Helena von Minnigerode ist verzweifelt. Mit dem Tod ihres Bruders verlieren sie und ihre Mutter ihre gesamte Existenzgrundlage: Das Gut der Familie und sämtliche Privilegien gehen an ihren Onkel Roderick über. Helena bleibt nichts anderes übrig, als um die Aufnahme als Hofdame zu ersuchen. Nie hätte sie damit gerechnet, dass ausgerechnet sie in das skrupellose Intrigenspiel zwischen Herzogin Sophie und Clara von Platen, der mächtigen Mätresse des Herzogs, geraten könnte …

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Hintergrund

  • Helena und ihr nervenaufreibender Aufenthalt am Hannoverschen Hof sind zwar Fiktion, nicht aber die Begleitumstände. Clara von Platen, die Mätresse von Herzog Ernst August, beherrschte gemeinsam mit ihrem Ehemann auf ihre Weise ihren mächtigen Liebhaber und die Hofgesellschaft. Das Verhältnis zur äußerst standesbewussten Herzogin war denkbar angespannt, zumal niemand ernsthaft in Zweifel stellte, dass zumindest die Tochter der Mätresse auch das Kind des Herzogs war. Bei Claras Sohn Ernst August war man sich darüber offenbar weniger sicher, und so sind es die Historiker bis heute nicht. Inwiefern sie Einfluss auf Prinz Georg Ludwigs Wahl seiner Geliebten genommen hat, wissen wir nicht. Bekannt ist aber, dass Georg Ludwig 1691 Melusine von der Schulenburg zu seiner Mätresse nahm und mit ihr bis zu seinem Lebensende 1727 zusammenblieb.
  • Herzog Ernst August betrieb über Jahre hinweg enormen Aufwand, um für das Land Hannover (das manchmal auch nach dem herzoglichen Stammhaus »Braunschweig-Lüneburg« oder nach dem Teilfürstentum »Calenberg« genannt wird) die Kurwürde und für sich und seine Nachkommen den Kurfürstenhut zu erringen. Die dazu notwendige Einführung der Primogenitur, nach der nur ein Erstgeborener Haupterbe aller Titel und Würden werden konnte, entzweite tatsächlich seine Familie, wie im Roman angedeutet wird. Dennoch ließ der Herzog in seinen Bestrebungen nicht nach, und 1692 wurde vom Kaiser endlich die neunte Kur geschaffen und Ernst August die Kurwürde verliehen. Von Seiten vieler hoher deutscher Fürsten gab es allerdings ausgeprägten und sogar kriegerischen Widerstand gegen diesen Schritt. Der Reichstag erkannte die Kurwürde für das Haus Hannover erst 1708 an – zehn Jahre nach Ernst Augusts Tod.
  • Während die große Errungenschaft des Herzogs die Kurwürde für Land und Familie war, bleibt Herzogin Sophie vor allem für zwei andere Dinge im historischen Gedächtnis: Zum Einen kam über sie die englische Königswürde in die Familie. Sie selbst wurde zwar nicht mehr Thronfolgerin, aber ihr Sohn Georg Ludwig wurde 1714 in London zu King George I. gekrönt. Zum Zweiten gilt Sophie als die wichtigste Schöpferin der weltberühmten Hannoverschen Barockgärten, der »Herrenhäuser Gärten«. Einen Besuch der Gärten lege ich jedem ans Herz, muss allerdings warnen: Wer auf den Spuren des Romans wandelt, findet nicht alles so vor wie in Helenas Geschichte. Der »Große Garten von Herrenhausen« sah 1683 noch nicht aus wie heute. Er war wesentlich kleiner, es gab andere Wasserbecken, noch keine Orangerie und keine Galerie, keine Graft und keine funktionierende Wasserkunst. Der Berggarten, der schließlich als botanischer Garten berühmt wurde, war offenbar vorerst nur ein Küchengarten. Darüber hinaus wissen wir nicht im Detail, wie die Anlage gestaltet war, sodass ich spekulieren durfte.

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