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Am Vorabend von Ragnarök, dem Untergang der neun Welten, erzählt Freya ihrer Tochter die Geschichte ihres mühsamen Aufstiegs von der machtlosen wanischen Geisel in die höchsten Ränge der herrschenden Asen. Hat sie auf ihrem Weg genug gelernt, um ihre Tochter vor der bevorstehenden Katastrophe retten zu können?
„Der Roman verleiht der mythischen Gestalt Freya eine eigene Stimme. Die Göttin erzählt aus einer starken weiblichen Perspektive ihre Version der nordischen Göttersagen.“
Martha Sophie Marcus
Erscheint als E-Book am 30. April 2026.
Ab sofort bei Amazon vorbestellbar: Hier der direkte Link.
Das E-Book wird auch auf den Plattformen der Tolino-Allianz erhältlich sein.
In Planung sind außerdem eine Hardcoverausgabe (erhältlich überall im Buchhandel) und eine Taschenbuchausgabe (erhältlich bei Amazon). Beide werden etwas später erscheinen als das E-Book.

Die Göttin
Unser Bild von der Göttin Freya wurde über Jahrhunderte hinweg durch den Blick männlicher Erzähler und deren Vorstellungen von patriarchalen Geschlechterrollen geprägt. Wohl auch deshalb kennen wir Freya zwar als eine der wichtigsten Göttinnen des nordischen Pantheons, sehen sie in den überlieferten Sagen jedoch kaum jemals aktiv ihr eigenes Schicksal bestimmen. Dieser biografische Roman versucht, sie als eigenständiges Individuum zu zeigen und die Lücken in ihrer Biografie zu füllen.

Über die Quellen
Bedenkenswert: Unser Wissen über die nordische Mythologie verdanken wir zu einem großen Teil schriftlich festgehaltenen isländischen Sagensammlungen, die unter dem Namen »Edda« bekannt sind. Sie stammen aus dem 13. Jh., also aus einer Zeit, in der das Christentum sich bereits ausgebreitet hatte und abweichende religiöse Ideen zunehmend misstrauisch betrachtet oder verfolgt wurden.

Historische Recherche
Den in Midgard (der Welt der Menschen) spielenden Romanpassagen habe ich meine Recherchen zur historischen Epoche der Wikinger zugrundegelegt, die ich auch in meinen historischen Romanen »Herrin des Nordens« oder »Der Rabe und die Göttin« darstelle.
Nachwort des Romans
In den Überlieferungen nordischer Mythologie wird Freya als eine der bedeutsamsten Göttinnen häufig genannt. An vielen der bekannten Geschichten hat sie einen Anteil: Loki leiht sich ihr Falkengewand, Thor verkleidet sich als Freya, um einen Gegner zu überlisten, Freya soll mit dem Baumeister verheiratet werden, Freya weint goldene Tränen um ihren verschwundenen Gatten, Freya wird von Loki als Hure verspottet. Selten jedoch tritt Freya trotz ihrer offensichtlichen Bedeutsamkeit in diesen Geschichten als handelnde Person auf. Wir erfahren über sie, dass sie schön und mächtig ist, Zauberkräfte besitzt und über das Privileg verfügt, sich auf den Schlachtfeldern der Menschen immerhin die Hälfte aller Gefallenen für ihre eigene Halle auszuwählen, so wie es sonst nur der Asenherrscher Odin selbst tun darf.
Doch wie sie ihre Fähigkeiten und Privilegien erworben hat oder wie sie ihre Macht ausübt, verschweigen die Quellen. Im Gegensatz zur männlichen Besetzung des nordischen Pantheons wird sie zur passiven Personifizierung einer durch den männlichen Blick gestalteten Vorstellung von Weiblichkeit. Ihre Taten werden durch die Erzähler unsichtbar gemacht wie die Leistungen so vieler Frauen, die von den Dichtern späterer Zeiten gezielt nicht besungen wurden.
Es passt ins Bild, dass als eine ihrer wenigen aktiven Handlungen erzählt wird, wie Freya sich als Bezahlung für ein kostbares Schmuckstück prostituiert. Eine Auswahl, in der sich eine Geringschätzung widerspiegelt, die der Rolle von Frauen durch patriarchal geprägte Erzähler viel zu oft entgegengebracht wurde.
In dieser fiktiven Autobiografie wird Freya nun stattdessen zu einer Frau und Göttin, die ihr Schicksal nach besten Kräften aktiv gestaltet und dadurch das Schicksal anderer mitbestimmt.
In weiten Teilen bleiben die Geschehnisse mit kleinen Abweichungen nah an den Überlieferungen, die in der Snorra-Edda und der Lieder-Edda festgehalten sind. Durch Freyas Perspektive erscheinen sie allerdings oft in einem anderen Licht.
Andere Ereignisse beruhen nicht auf der Überlieferung, sondern auf kreativen Ausgestaltungen und Interpretationen von fragmentarischen Informationen über die Götter- und Sagenwelt der Vergangenheit.
Um Freyas Rolle als Göttin, Seherin und Zauberin deutlich zu machen, habe ich archäologische und kulturwissenschaftliche Erkenntnisse über Kulthandlungen der frühen Wikinger-Epoche hinzugezogen. Ebenso wie bei der Gestaltung von Midgard – der Welt der Menschen.
Wer eigenhändig meine Interpretation von Freyas Dasein und Schicksal mit der Überlieferung vergleichen möchte, dem empfehle ich über die Texte der Eddas hinaus die fundierten Darstellungen von Carolyne Larrington (z.B. The Norse Myths) und Rudolf Simek (z.B. Lexikon der germanischen Mythologie).
