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Martha zu „Das blaue Medaillon“

Historischer Hintergrund

Bildungsreisen durch das als kulturell hochrangig geltende Italien gehörten schon im 17. Jahrhundert für die jungen, adligen Herren aus Deutschland zum guten Ton. Auch Herzog Georg Wilhelm von Braunschweig-Lüneburg entdeckte auf diesem Weg in jungen Jahren seine Liebe zu Venedig, zur italienischen Oper, dem Karneval und zum Theater. In Celle bei Hannover gestaltete er später das Schloss zu einer repräsentativen Residenz im prunkvollen italienisch-venezianischen Stil um. Er rief wechselnde Schauspielensembles an seinen Hof und ließ 1670 für sich und sein Gefolge im Celler Schloss sogar ein eigenes Theater einbauen.

Besonders erfolgreich waren zu dieser Zeit Schauspiele der Commedia dell’arte, die als Stegreiftheater mit typischen Figuren und Masken arbeitete: z.B. dem akrobatischen Harlekin (verkörpert den ungebildeten, aber bauernschlauen und körperlich besonders gewandten Bediensteten;), der Colombina (lebenslustige Magd oder Köchin), der Ballerina (Tänzerin, die der Unterhaltung zwischen den Akten dient), dem Pantalone (alter, venezianischer Kaufmann) und dem Brighella (gewitzter, listiger und sprachgewandter Bediensteter).

Einem solchen Ensemble schließt die "Meisterdiebin" Alessa sich an, als sie 1667 aus ihrer Heimatstadt Venedig fliehen muss.