Häufigste Fragen

Wie recherchierst du für historische Romane?

Meine ausführliche Antwort findet Ihr bei den Extras.   

Wie sieht dein Arbeitsalltag aus?

Stand 2014: An einem durchschnittlichen Tag haben morgens zwischen 7.00 und 7.30 Uhr meine Familienmitglieder das Haus verlassen. Dann setze ich mich an den Schreibtisch und beginne, meine Gedanken zu sortieren. Da meine Kinder beinah erwachsen sind (17 und 15), kann ich an den meisten Tagen mit kleinen Pausen bis ungefähr 17 Uhr durcharbeiten. Je nach Stand meiner Projekte bedeutet das konkret Folgendes:

All das kann ich nicht unbedingt in der aufgezählten Reihenfolge abarbeiten. In der Regel gibt es mehrere unabgeschlossene Projekte gleichzeitig, die unterschiedlich weit gediehen sind. Fast immer muss ich z.B. die Arbeit an einem neuen Manuskript für das Lektorat des Vorgängers unterbrechen, der dann schon längere Zeit beim Verlag gelegen hat. Zwischen Abgabe eines Manuskripts und Veröffentlichung vergehen gewöhnlich mehrere Monate.

Wird es eine Fortsetzung zu … geben?

Zu keinem meiner Romane ist bisher eine Fortsetzung geplant. Einfallen würde mir allerdings zu jedem eine …

Woher nimmst du deine Ideen?

Dahinter steckt eine magische Mischung aus Tagträumerei, planloser Recherche, planvoller Recherche und der immer wiederkehrenden Frage „Was wäre wenn?“. Ideen finden ist nicht schwer. Sie zu verfolgen, auf Tragfähigkeit abzuklopfen und umzusetzen schon eher. Absolut notwendig ist, dass ich zu meiner Idee eine ganz persönliche Verbindung entwickle, sonst kann ich mich nicht so intensiv mit ihr auseinandersetzen, wie es nötig ist.

Interview mit der Histo-Couch, 2014

Frau Marcus, waren Sie eine gute Geschichtsschülerin?

Nein. Ich habe mich im Geschichtsunterricht oft gelangweilt, obwohl ich grundsätzlich neugierig auf die Vergangenheit war. Heute weiß ich, dass mir der Bezug des Lehrstoffs zum damaligen Leben fehlte. Wenn ich eine Vorstellung vom Alltag der Menschen habe und mich ein wenig mit ihnen identifizieren kann, fällt es mir leichter, mich für die abstrakteren politischen Fakten zu interessieren und sie im Gedächtnis zu behalten.

Was hat den Ausschlag gegeben, dass Sie sich ausgerechnet dem Genre Historische Romane zugewandt haben?

Schon als Kind hat mich interessiert, wie man in der Vergangenheit lebte. Das zog sich weiter durch mein Studium, in dem ich immer wieder Schwerpunkte auf die Untersuchung historischer Entwicklungen setzte. Als Leserin liebe ich Abenteuerromane und Liebesgeschichten. Als gern weiter Lernende macht es mich glücklich, mir geschichtliche Epochen und Zusammenhänge zu erschließen. Das Genre bietet mir also die Möglichkeit, viele Vorlieben (mit wechselnder Gewichtung) zu verknüpfen. Es lag nahe, dass ich mich darin versuchte. Glück für mich war, dass der große Boom des historischen Romans in die Zeit fiel, in der ich mein erstes veröffentlichungsreifes Manuskript vorlegen konnte.

Sie schreiben über unterschiedliche Epochen. Fällt es Ihnen leicht, sich in die verschiedenen Zeiten hinein zu versetzen?

Meine Phantasie hat damit keine Probleme. Allerdings bekommt sie auch eine Menge Futter. Mit dem Einstieg in eine neue Epoche ist immer intensive Recherche verbunden, nicht nur der historischen Ereignisse, sondern auch der Lebensbedingungen und kulturellen Umstände. Ich erarbeite mir durch das Sammeln von Details das Lebensgefühl der Personen, die meine Geschichte ausmachen. Lehrbuch-Erkenntnisse über Bevölkerungsgruppen, die oft von Statistiken und einer Art »Durchschnittsmensch« ausgehen, behalte ich dabei im Sinn, weiche aber auch bewusst von ihnen ab. Gerade meine weiblichen Hauptrollen sind zwar im Rahmen des historisch Möglichen gestaltet, aber doch eher Ausnahmen für ihre Zeit.

Wünschten Sie sich manchmal, in eine andere Zeit schlüpfen und dort leben zu können?

Nein, nie. Die Benachteiligung von Frauen in der Gesellschaft hat erst vor verhältnismäßig kurzer Zeit ein erträgliches Maß erreicht. Man kann sich als Frau eigentlich nicht ernsthaft ein Leben in der Vergangenheit wünschen. Als Mann vielleicht eher. Wenn Mann denn vom richtigen Stande wäre …

Wenn Sie schreiben, laufen da die Szenen wie ein Film in ihrem Kopf ab oder wie können sie diese so lebendig gestalten?

Ganz reibungslos und wie von allein läuft der Film leider nicht ab. Wenn das passiert, sind es echte, rare Glücksmomente. Das Schreiben lässt sich aber trotzdem mit der Arbeit an einem Film entfernt vergleichen. Ich weiß vorher, was in einer Szene ungefähr passieren muss. Wenn ich sie dann gestalte, schlüpfe ich gedanklich wie eine Schauspielerin in sämtliche Rollen und probe so lange, bis alles passt. Außerdem übernehme ich gleichzeitig den Job des Bühnenbildners, Beleuchters, Kameramanns und Regisseurs. Und am Ende sitze ich vor dem Monitor und mache noch den Schnitt. Erst allein, dann noch einmal mit meiner Lektorin zusammen.

In ihren Romanen spielen Liebesgeschichten immer auch eine grosse Rolle. Bildet sie die Grundlage der Geschichte oder ist zuerst die Geschichte da und die Liebesgeschichte wird sozusagen die Würze dazu?

Die Erfahrung von Liebe ist für mich sowohl in der Wirklichkeit als auch in guten Geschichten das Gegengewicht gegen die Schrecken und Härten des Menschenlebens. Wenn ich anfange, meine historischen Romane zu planen, die oft von besonders harten Lebensumständen erzählen, gehe ich daher immer auch von einer Liebesgeschichte und möglichst auch von anderen liebevollen Beziehungen aus. Diesen Ausgleich zu schaffen, ist mir ein Bedürfnis.

Gibt es Momente beim Schreiben, in denen Sie Ihre eigenen Figuren nicht mehr mögen?

Nein. Ich liebe und schätze auch die Dussel, Bösen, Naiven und alle anderen Nervensägen vom Anfang bis zum Ende. Würde ich sie beim Schreiben auf einmal nicht mehr mögen, hätte ich etwas falsch gemacht.

Mit wem diskutieren Sie während des Schreibprozesses über die Geschichte? Oder bleibt alles im Verborgenen, bis die Geschichte gereift und geschrieben ist?

Fast alles bleibt bis zum letzten Manuskriptschliff im Verborgenen. Nur wenn ich Zweifel habe, was wahrscheinliche Verhaltensweisen von Figuren in konkreten Situationen oder übliche Abläufe von Handlungen angeht, hole ich mir Rat bei meiner Familie, bei Freunden oder Fachleuten. Manchmal brauche ich auch Hilfe dabei, etwas auszuprobieren.

Haben Sie immer Lust dazu, sich an den Computer zu setzen oder braucht es da manchmal Überwindung?

Ach, man kann am Computer ja so viele unterhaltsame Dinge tun, da setze ich mich eigentlich immer gern & Nein, im Ernst: Mit der Arbeit am Text zu beginnen, kostet mich täglich wieder Überwindung. Das ist paradox, weil ich eigentlich gern schreibe. Andererseits strengt mich das Schreiben auch an. Sich vor der Anstrengung lieber drücken zu wollen, ist wohl völlig normal. Übrigens schreibe ich oft Teile meiner ersten Fassungen altmodisch mit Bleistift auf Papier.

Wann wissen Sie, dass eine Geschichte reif ist, um erzählt werden zu können?

Wenn die beteiligten Figuren in meiner Vorstellung lebendig geworden sind. Und wenn ich sicher bin, dass das Schicksal, das ich für sie voraussehe, aufregend und interessant genug ist, mich für die Dauer des Schreibens zu beschäftigen. Immerhin ist das bei einem Roman mit 400 bis 600 Seiten ungefähr ein Jahr.

Haben Sie noch immer Herzklopfen, wenn Sie ein Manuskript an die Lektorin schicken?

Ja.

Was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie Ihr gedrucktes Buch in Händen halten?

Toll, endlich zum Anfassen! Wem schenke ich dieses Mal die ersten Belegexemplare?

Lesen Sie? Wenn ja, was liegt derzeit für Lektüre auf ihrem Nachttisch?

Meine gerade ausgelesenen Romane sind: »Die Wächter der Nacht« von Sergej Lukianenko und der zweite Teil der Uhtred-Reihe von Bernard Cornwell. Parallel lese ich »Kriminalistisches Denken« von Hans Walder. (Nein, ich bereite mich nicht aufs Krimi-Genre vor. Die Sache interessiert mich nur.)

Wie gerne stellen Sie sich beispielsweise für eine Lesung vor ihre Fans?

Ich bin bestimmt keine Rampensau und kenne Lampenfieber gut. Begegnungen mit meinen Lesern machen mir aber Spaß, und ich lese auch gern vor Publikum. So häufig ergibt sich das allerdings nicht, weil mir nur selten Lesungen oder Veranstaltungen vorgeschlagen werden, die sich zeitlich, räumlich und finanziell für mich in einem vernünftigen Rahmen abspielen.

Hat sich Ihr Umfeld Ihnen gegenüber verändert, seit Ihre Bücher in den Buchhandlungen zu finden sind?

Mein Umfeld hat sich in den vergangenen Jahren so stark verändert, dass ich die Frage auf diese Art nicht beantworten kann. Aber ich vermute, dass meine Kinder meinen Beruf weniger cool fänden, wenn meine Bücher nicht gelegentlich in Buchläden zu entdecken wären.

Würden Sie, nach den Erfahrungen, die sie nun gesammelt haben, erneut den Weg als Autorin einschlagen? Was hat Sie dazu gebracht, diesen Weg überhaupt zu beschreiten?

Ich hatte auf meinem Weg als Schriftstellerin bisher viel Glück und habe keinen Grund zur Reue, wofür ich dankbar bin. Wie in allen Berufen besteht das Arbeitsleben nicht nur aus geschmeidigen Tagen. Aber solange genug Leser meine Bücher mögen und der recht komplizierte und wechselhafte »Buchmarkt« mir weiterhin meinen Lebensunterhalt gönnt, kann ich mir keine schönere Beschäftigung vorstellen.

Die Freude am schriftlichen Geschichtenerzählen reicht bei mir weit zurück, und sie macht mich nach wie vor glücklich. Das war und ist der Motor dafür, die entsprechenden Fähigkeiten gezielt weiterzuentwickeln. Den Sprung auf die professionelle Ebene zu versuchen, verlockt wohl die meisten Schreibenden früher oder später.

Welche Themen oder Epochen reizen Sie, sich ihnen mal anzunehmen?

Unzählige. Die Geschichte der Friesen, Sturmfluten, die Hanse, europäische Sklavenschicksale, Christianisierung der Sachsen, die frühe deutsche Frauenbewegung, das 19. Jahrhundert um einige Beispiele zu nennen. Eigentlich würde ich mir auch gern einmal das Thema Hexen vornehmen, halte es aber für etwas abgegrast.

Was hat sich für Sie seit ihrer ersten Veröffentlichung verändert?

Als meine Agentur das Manuskript für »Herrin wider Willen« an den Verlag brachte, war ich nicht berufstätig. Ich bin mit der ersten Veröffentlichung und dem Folgevertrag aus der Kinderpause heraus ins Berufsleben als Schriftstellerin eingestiegen. Seitdem arbeite ich ungefähr in dem recht üblichen Rhythmus von »Ein Roman in einem Jahr«. Aber irgendwie bleibt am Ende die spürbarste Veränderung, dass meine Kinder groß geworden sind und sich meine Schreibtisch-Arbeitszeiten entsprechend ausgeweitet und verlagert haben.

Bleiben Sie dem historischen Genre treu?

Für monogame Treue ist es zu spät. Schon 2011 erschien mein erstes Jugendbuch, das 2013 als erweiterte Neuausgabe herauskam: Rabenherz und Elsternseele. Und im Januar 2015 wird der Goldmann Verlag meinen ersten Frauenroman herausbringen: Kaffeeklatsch mit Goldfisch. Auch für diese beiden Genres schreibe ich sehr gern, und etwas Abwechslung tut gut.

Aber ich kehre immer mit Freude zum historischen Roman zurück. Zurzeit treibe ich mich gedanklich jedenfalls im Schleswig Holstein des 11. Jahrhunderts herum und erzähle eine Geschichte, die in den letzten Jahrzehnten der Wikingerzeit spielt.


Das Interview führte Rita DellAgnese.


Interview für den Federwelt-Newsletter, Oktober 2013

Liebe Martha, heute bist du dran mit den Interviewfragen, nicht über das Handwerk, sondern über das Erleben des Schreiben. Die erste wäre: Wie hast du dir früher das Autor-Sein vorgestellt, und wie erlebst du es heute?

 Als ich mir das Autor-Sein noch nur vorstellte, habe ich mit leichter Hand und übersprudelnder Energie geschrieben. Es war ein Riesenvergnügen, und ich hatte nie genug Zeit dafür.

Also habe ich es mir himmlisch vorgestellt, ganze Arbeitstage, das ganze Arbeitsleben, dem Schreiben widmen zu können. Oder auch ungebremst den Themen nachgehen zu können, die mich interessieren. Vor allem träumte ich sehnsüchtig davon, darin als Berufstätige anerkannt zu werden und mich vor niemandem für die „verschriebene“ Zeit rechtfertigen zu müssen.

Nach sechs (oder fast sieben) fertigen, verlegten Romanen weiß ich heute, dass das Autor-Sein sowohl aus den euphorischen, schöpferischen Momenten und produktiven Tagen besteht, an denen alles wie von allein läuft, als auch aus einer enormen Menge disziplinierter, harter Arbeit. Immer wieder stellen sich mir jetzt auch solche Tage in den Weg, an denen ich mich zum Schreiben zwingen muss, um plangemäß (und gemäß der Abgabetermine) voranzukommen.

Besonders die geschäftliche Seite des Autor-Seins und die nüchterne, aber immer wieder auch wunderbare Wirklichkeit des Buchmarkts und der Verlagswelt hätte ich mir übrigens nicht so vorstellen können, wie ich sie mittlerweile erlebt habe.

Alles in allem fühle ich mich in meinem Beruf wohl und inzwischen auch als Berufstätige anerkannt. Obwohl ich merke, wie oft mein Gegenüber sich fragt, ob man von „So was“ wie dem Schreiben wirklich leben kann. Aber eigentlich fragen sich die Leute das ja zurecht.

2) Während des Schreibens an deinen Romanen, also versunken in deinem Kopf und deinen Geschichten: Welches war dein schönstes Erlebnis, was war der schlimmste Augenblick, und was hat dich bisher am meisten überrascht?

 Mein schönstes Erlebnis waren und sind die kostbaren Zeiten des „Flow“. Die Wirklichkeit verschwindet vorübergehend für mich, ich existiere nur noch in dem, was da scheinbar ohne Anstrengung aufs Papier fließt (im wahren Wortsinn, denn ich schreibe zuerst von Hand). Skizzierte Figuren gewinnen auf einmal Leben, sprechen, entwickeln ihre Eigenheiten. Ich sehe meine erfundenen Szenen oder Bilder so deutlich, wie man manchmal nächtliche Träume erlebt. Das ist ein tolles Gefühl, und ich erinnere mich genau, wie ich das zum ersten Mal erlebt habe. Entstanden ist damals dabei die Streitszene eines Paars, eigentlich nicht unbedingt etwas Schönes. Ich war anschließend total erschöpft, bin aber trotzdem mit einem irren Glücksgefühl aufs Fahrrad gestiegen, um meinen Sohn vom Kindergarten zu holen. (So lange ist das her. Mein Sohn ist heute nur noch einen Zentimeter kleiner als ich.)

Auch der „schlimmste Augenblick“ kehrt leider immer wieder. Es ist der fatale Moment, in dem ich regelmäßig bei jedem Projekt zu dem Schluss komme, dass die Idee nichts taugt, alles schon Geschriebene sowohl entsetzlich schlecht geschrieben als auch langweilig ist, und absolut kein Mensch das jemals wird lesen wollen. Zum Glück kenne ich mich inzwischen so gut, dass ich mein eigenes Urteil in diesen bedrückenden Momenten mit etwas Anstrengung ignorieren kann.

Eine andere Art schlimmes Erlebnis war es, als ich in meinem allerersten Roman (der nicht veröffentlicht ist) erkannt habe, was es für mich bedeutet, wirklich üble Erlebnisse einer Figur authentisch darzustellen, aus deren Perspektive ich schreibe. Mich in so eine Situation einzufühlen (die Familie der sehr jungen Protagonistin war in dem Fall gerade auf Nimmerwiedersehen brutal entführt worden), und die damit verbundenen Gefühle zu finden, nimmt mich manchmal ganz schön mit. Für mich ist Schreiben wie Schauspielerei mit ständigem Rollenwechsel, und ich muss dabei auf meine Erinnerungen an entsprechende oder ähnliche Gefühle zugreifen. Erinnerungen an Erdbeerkuchen mit Sahne sind begreiflicherweise weniger anstrengend als die an Verlust und Trauer.

3) Und in Bezug auf die Literatur allgemein: Mit welchem erfolgreichen Roman konntest du überhaupt nichts anfangen, welchen Roman hättest du selbst gerne geschrieben, und welchen Autor hättest du gerne kennengelernt?

Ich habe schon lange kein Buch mehr gelesen, nur weil es erfolgreich war. Und ich habe mir vor einigen Jahren abgewöhnt, Bücher unbedingt zu Ende zu lesen. Ein Beispiel finde ich aber trotzdem: „Das Mädchen, das den Himmel berührte“ von Luca di Fulvio. Mir gefiel sein „Der Junge, der Träume schenkte“ so gut, dass ich dem „Mädchen“ bis zur letzten Seite eine Chance gegeben habe. Leider habe ich es anschließend sehr unzufriedenen aus der Hand gelegt.

Gern geschrieben hätte ich eine Menge toller Bücher. Zum Beispiel jüngst „Gute Geister“ von Kathryn Stockett, das als „The Help“ verfilmt wurde. Eine tolle Geschichte, die mir unter die Haut ging, originelle und lebendige Personen und ganz in einem schlichten, und doch plastischen Stil geschrieben, der mir liegt.

Kennengelernt hätte ich gern die großartige Diana Wynne Jones, die leider, leider im März 2011 verstorben ist. Sie schrieb Phantastisches für jedes Alter. Bei jedem ihrer Bücher habe ich auf der letzten Seite getrauert, dass ich ihre Welten und ihre Figuren wieder verlassen musste.

Aus der Leserunde bei Lovelybooks zu Die Bogenschützin (2013) :

Mich würde interessieren, ob du selbst das Bogenschießen beherrschst.

Ja, ich bin tatsächlich seit bald zehn Jahren begeisterte Bogenschützin. Bogenschießen gelernt habe ich mit einem modernen Visierbogen, bin nach einer Weile aber umgestiegen auf den traditionellen Holzlangbogen, so wie z.B. Hedwig ihn in der Geschichte schießt.

Grundsätzlich ist das Bogenschießen als Sport für beinah jeden geeignet. Wer noch nicht so viel Kraft hat, fängt mit einem entsprechend schwächeren Bogen an. Konzentration und Ruhe sind nötig, das ist wahr. Aber gerade die Mischung aus Ruhe, die beim Schuss einkehrt, und der Geselligkeit und Bewegung an der frischen Luft (Wir schießen oft auf speziellen Parcours im Freien) macht das Traditionelle Bogenschießen für mich zu einer entspannenden Sache.

Wie bist du auf die Idee gekommen, genau das zum Thema deines Romans zu machen und dich damit ja doch ein wenig vom "Typischen" für das Genre (du weißt schon, Hebammen, Heilerinnen, Hexen, Nonnen, Händlerinnen, Mägde und Fürstentöchter) zu entfernen?

Schreibe ich über eine Frau der vergangenen Jahrhunderte und wünsche mir eine spannende, ereignisreiche Geschichte, stoße ich zwangsläufig auf ein Problem: Ich muss der Frau mehr Handlungsspielraum verschaffen, als Frauen zu ihrer Zeit üblicherweise hatten. Hedwig wird als Kind aus ihrem gewohnten Rahmen, ihrem Leben als kleines Edelfräulein, gerissen und erhält durch das abgeschiedene Leben im Wald eine ganz neue Prägung. Da Leben im Wald und Bogenschießen nicht erst seit Robin Hood gut zusammenpassen, lag es also nahe, ihr den Umgang mit dem Bogen beizubringen. Zumal der Bogen eine für eine Frau ausgezeichnet beherrschbare Waffe war, und ihr im späteren Verlauf der Geschichte die Chance gibt, sich auch gegen die gewaltbereite Männerwelt zu behaupten. Abgesehen davon hat es mir natürlich einfach Spaß gemacht, das Thema einzubringen.

Wie fühlt man sich als "moderne" Frau in eine Frau aus einem vergangenen Jahrhundert ein?

Vor jedem Versuch, mich in die Figuren meiner Geschichten einzufühlen, denke ich ausgiebig über deren Lebensumstände nach. Das wäre bei der Heldin eines Gegenwartsromans nicht anders als bei der eines Historischen Romans. Um mir ein Bild von historischen Lebensumständen zu machen, darf ich aber natürlich viel weniger als selbstverständlich voraussetzen. Daher sammle ich ständig Informationen über alles, was das Lebensgefühl und die Geisteshaltung damals ausgemacht und von den heutigen Zuständen unterschieden hat. Dazu gehört auch, gelegentlich selbst auszuprobieren, wie sich z.B. eine bestimmte Arbeit oder das Tragen eines Gewandes anfühlen.

Das recherchierte Wissen versuche ich im Kopf zu behalten, wenn ich meine Romanfiguren denken, fühlen und handeln lasse.

Das heißt aber nicht, dass ich alles umsetze, was ich herausfinde, weil mir manches meine Hauptfiguren zu fremd machen würde. Wer von Euch sich schon viel mit dem Leben in vergangenen Zeiten beschäftigt hat, weiß z.B. sicher, zu was für einem Volksfest Hinrichtungen und ähnliche Grausamkeiten werden konnten. Daraus kann man schließen, dass sich der größte Teil der Menschen für so eine grausige Show begeisterte, was mit einiger Wahrscheinlichkeit dann auch für meine Protagonisten gegolten hätte. Da (wohl nicht nur) ich aber einen solchen Charakterzug als abstoßend empfinde, weil sich unsere Vorstellungen von Gut und Böse denn doch etwas verändert haben, weiche ich ab und gönne meiner Heldin/meinem Helden sympathischere Züge. Für solche Abweichungen gibt es etliche Beispiele. Mögliche Erklärungen für dieses „Anderssein“ der Figur, tragen dann gleich dazu bei, dass sie nicht „typisch im Verhalten ihrer Zeit“, sondern etwas Besonderes ist.

Abgesehen davon ist mir aber auch bewusst, dass mir das Einfühlen in die Menschen der lange zurückliegenden Vergangenheit nie völlig authentisch gelingen kann. Dazu gibt es zu viele Einflüsse, die mir nicht bekannt oder die nicht mehr nachvollziehbar sind.

"Schreiben Sie nach einem geregelten Arbeitstag oder eher dann, wenn die "Muse" Sie streift und Sie quasi gerade eine Eingebung haben?"

Ich schreibe nach einem völlig geregelten Arbeitstag. An Schultagen setze ich mich gegen 7.15 Uhr an den Schreibtisch (an anderen auch mal eine Stunde später) und arbeite bis mittags. Dann mache ich Pause, erledige Haushaltskram, kläre Kinderangelegenheiten, wenn welche zu klären sind. Je nachdem, was sonst anliegt, folgt nachmittags die zweite Schicht. Drängt die Zeit, geht es auch abends und nachts weiter, aber längst nicht mehr so häufig wie in den Jahren, als meine Kinder noch klein waren und tagsüber mehr Aufmerksamkeit brauchten. Was die Musen angeht, finden sie mich bei der Arbeit am leichtesten.

Wie lange habe ich für diesen Roman gebraucht?

Etwas länger als ein Jahr von der ersten Idee bis zum letzten getippten Wort. Sollte ich es unbedingt schätzen, würde ich sagen, dass zwei Monate davon Recherche sind. Allerdings muss man dazu sehen, dass ich inzwischen nicht mehr alles von Grund auf recherchiere, weil ich mich nun schon seit Jahren mit historischen Themen und Alltagsbedingungen beschäftige.

Es ist allgemein etwas schwierig, auseinander zu rechnen, wie viel Zeit bei einem bestimmten Roman jeweils auf die Materialsammlung und das Schreiben entfallen. Denn ich recherchiere auch während der Schreibphase immer wieder nach. Oft muss ich Dinge dann doch noch etwas genauer herausfinden, als ich vorher glaubte. Umgekehrt merke ich auch manchmal erst beim Schreiben, dass ich einen Bereich, von dem ich dachte, ich müsste genau darüber Bescheid wissen, für die Geschichte nicht brauche. Bei der "Bogenschützin" habe ich mich z.B. sehr viel länger mit der Biographie von König Sigismund beschäftigt, als vielleicht nötig gewesen wäre.

Ein anderer Faktor ist, dass ich vom Projektstart bis zur Manuskriptabgabe zwar ungefähr 14 Monate brauche, aber in dieser Zeit auch immer Arbeiten einschieben muss, die andere Romane betreffen, wie z.B. das Lektorat des Vorgängerromans.

Woher stammt der Begriff "Erzbuschklepper"?

Bei der Recherche halte ich ständig Ausschau nach interessanten oder witzigen alten Wörtern, die ich verwenden könnte. Einen Buschklepper nannte man einen Strauchdieb, einen berittenen Wegelagerer, der sich samt Pferd im Gestrüpp verbarg. Beim "Erzbuschklepper" hat der alte von Quitzow das Wort mit dem "Erz" vom "Erzbischof" zusammengezogen.

Im 4. Abschnitt wird kurz erwähnt, dass Hedwig sich - wie es damals Mode war - die Stirn rasierte. Wie kann ich mir das vorstellen? Sind damit die kürzeren Haare am Haaransatz gemeint?

Als schön galt ein besonders hoher Haaransatz. Dem konnte natürlich beliebig nachgeholfen werden. Damit Ihr es Euch leichter vorstellen könnte, habe ich unter Extras ein paar Porträts zusammengestellt.

Von Mitgliedern des Büchereulen-Forums (2010):

Sowohl Herrin wider Willen als auch Salz und Asche spielen um die Zeit des 30 jährigen Krieges. Warum gerade die Mitte des 17. Jahrhunderts, mal abgesehen vom spannenden Hintergrund des Kriegs selber?

Als ich anfing, für den Roman zu recherchieren, der später die "Herrin wider Willen" werden sollte, wollte ich eine abenteuerliche Geschichte schreiben, die mitten im blutigen Geschehen des Dreißigjährigen Kriegs spielte. Das änderte sich im Laufe der Recherche, als ich feststellte, dass mir das ausweglose Elend der auf verschiedene Weise zu Tode gequälten Bevölkerung und der entwurzelten Soldaten mit ihrem Tross, die verheerten Landstriche, Hunger und Mord in Reinkultur zu hoffnungslos waren. Da kam es mir entgegen, dass die Gegend, in der meine Geschichte spielen sollte, weniger schwer betroffen war als viele andere. Ich habe mich also ein wenig "an den Rand des Geschehens zurückgezogen" und versucht, dennoch die Auswirkungen des Krieges im Roman spürbar zu machen.

Nach der "Herrin wider Willen" blieb ich weiterhin fasziniert von der gewaltigen Kraft, mit der dieser lange Krieg die Gesellschaft und das ganze Land verändert hat. Und ich stellte mir die Frage, wie es all den traumatisierten und entwurzelten Menschen ergangen sein muss, nachdem der Krieg offiziell beendet war. Meine Gedanken dazu haben "Salz und Asche" geprägt.

Festgelegt habe ich mich auf das 17. Jahrhundert allerdings nicht. Mein jüngstes Manuskript, das gerade zur Prüfung im Lektorat liegt, spielt im 15. Jahrhundert - echtes Mittelalter also.

Und das gerade erschienene "Der Rabe und die Göttin", ist eine Geschichte des 9. Jh. - Wikingerzeit.

Kaum ein Buch erschienen, schon ist das nächste in der Pipeline. Alle Achtung! So schnell zwei Bücher nacheinander zu schreiben, muss doch sehr viel Zeit und Arbeit kosten. Wie schaffst Du das?

So schnell wie es den Veröffentlichungen nach den Anschein haben muss, bin ich eigentlich gar nicht. Das wird vielleicht verständlicher, wenn ich erzähle, in welcher Reihenfolge meine Romane entstanden sind.

2003/2004 habe ich nach langer Recherche über die Wikingerzeit die erste Fassung von „Der Rabe und die Göttin“ geschrieben, das Manuskript aber beiseite gelegt, weil ich noch nicht an eine Veröffentlichung geglaubt habe. Erst 2010 habe ich den Roman nach etlichen Überarbeitungen zur Veröffentlichung angeboten. Überraschend schnell hat es „Der Club“ dann schon für diesen Januar ins Programm genommen.

Anschließend (ab 2004) habe ich mich in die Frühe Neuzeit/den Dreißigjährigen Krieg vertieft und 2007 „Herrin wider Willen“ beendet, das 2008 vom Verlag angenommen wurde. (Für das Programm 2009/2010).

Gleich nach „Herrin wider Willen“ habe ich mit „Salz und Asche“ angefangen, weil ich die Idee schon hatte, und die Recherche nicht mehr ganz so aufwändig war. Immerhin bin ich damit im selben Jahrhundert geblieben. Anfang 2009 konnte ich das Manuskript beim Verlag abgeben, erschienen ist das Buch im Oktober 2010.

Seit Anfang 2009 habe ich an mehreren Projekten parallel gewirkt, hauptsächlich aber an meinem jüngsten „Historischen“ (15.Jh.), den ich gerade vor Kurzem beim Verlag abgeben konnte. Auch an diesem Roman habe ich also eigentlich zwei Jahre gearbeitet. Allerdings ist zwischendurch noch ein kleiner Kinderroman entstanden, der im Herbst 2011 bei Baumhaus erscheinen wird.

Viel Arbeit ist es auf jeden Fall. Ich sitze in der Regel von 8 bis 13 Uhr am Schreibtisch (manchmal kommen Termine oder aushäusige Rechercheaktionen dazwischen). Mittags und nachmittags sind „Küche und Kinder“ dran, je nach Bedarf. Abends, wenn Ruhe im Haushalt einkehrt, nichts anliegt und ich meinem Mann auch entbehrlich bin, gehe ich oft wieder an die Arbeit. Wenn es gut läuft, bleibe ich dann bis nach Mitternacht dabei.

Gerade im vergangenen Jahr wurde es mir gelegentlich auch mal zu viel, aber insgesamt ist das Schreiben der schönste Beruf, den ich mir wünschen kann. Wenn ich nicht schreibe, fehlt mir ganz entscheidend etwas.

Darfst Du über Dein neues historisches Projekt aus dem 15. Jahrhundert schon etwas sagen? Welche Thematik und spielt es wieder in Deutschland?

Der Titel meines „Jüngsten“ ist noch nicht abgesegnet, deshalb erwähne ich ihn lieber nicht.  Die Geschichte spielt wieder in Deutschland, und zwar nimmt sie in Brandenburg ihren Anfang, wo um 1400 das Raubritterwesen stark verbreitet war. Das ging so lange, bis ein starker Markgraf eingesetzt wurde, der damit einigermaßen aufräumte: der spätere Kurfürst Friedrich, Stammvater des (viel später entstehenden) preußischen Königshauses. Unter anderem unterwarf er die legendären, als Raubritter verrufenen von Quitzows. Während der Eroberung einer derer Burgen geht dem Ritter von Quitzow bei der Flucht eine kleine Tochter verloren. Um diese Tochter geht es. Mehr über die Handlung verrate ich vorerst nicht, aber noch etwas über die Heldin: Sie ist eine ausgezeichnete Bogenschützin, sehr eigensinnig, und sie hat einen langen Weg vor sich.

Die Bogenschützin als Heldin hat mir beim Schreiben besonders viel Freude gemacht. Ich bin selbst mit Begeisterung Traditionelle Bogenschützin und liebe alles, was damit zu tun hat.

Wolltest du eigentlich schon immer schreiben? Und welche Alternative hätte es für dich gegeben, wenn das mit dem Schreiben nicht funktioniert hätte? Schließlich ist es ja schon ein ziemlich riskanter Beruf, da man ja zu Beginn nie weiß, wie die Bücher bei Verlagen und Lesern ankommen werden...

Ich kann nicht behaupten, dass ich schon als Kind Autorin werden wollte. Geschrieben habe ich allerdings immer viel. Kleine Geschichten, später jahrelang mehr oder weniger wirr und ausschweifend Tagebuch, Skizzen, Kurztexte für die Schublade.

Während des Studiums war mein Plan, ins Verlagswesen zu gehen, also eher in den Bereich Lektorat oder Marketing. Nur hat es sich so ergeben, dass sofort nach dem Studium erstmal die Familiengründung dran war. Ich hatte relativ bald zwei kleine Kinder (zum Glück dazu einen voll erwerbstätigen Mann) und der Einstieg in ein Berufsleben war für eine Weile kein Thema mehr. Das Schreiben übrigens auch nicht. Zwei Kleinkinder sind nicht gerade Humus für Kreativität.

Als die Kinder jedoch etwas größer wurden, gerade so groß, dass sie mich nicht mehr dauernd brauchten, aber noch nicht so groß, dass ich besagten Einstieg ins Berufsleben schon ernsthaft erwogen hätte, überkam mich dann doch das dringende Bedürfnis, endlich wieder geistig zu arbeiten.

Wenn Du in Deinem Leben jemals einen Roman schreiben willst, sagte ich mir, dann jetzt. Die Situation konnte nicht günstiger sein.

Aber nicht, dass nun jemand denkt, mein erster Roman wäre veröffentlichungsreif gewesen. Er hat mich nur endgültig mit dem Schreibvirus infiziert. Von da an habe ich mich intensiv mit allen Fragen des Schreibens und Veröffentlichens auseinandergesetzt: einen Schreibkurs gemacht, eine wunderbare Autorengruppe mitgegründet (die Lüneburger „Wortmälzer“, mit denen ich gemeinsam Kurzgeschichten herausgebracht habe), das Verfassen von Exposés für Romanideen gelernt, einen Agenten gefunden … Und nach all dieser Vorarbeit ging es dann mit dem Veröffentlichen so schnell, dass ich am „Schreiben als Beruf“ zur Zeit nicht zweifle.

Was machst Du, wenn Du nicht an deinem Schreibtisch sitzt und wie alt sind deine Kinder? Wann schreibst Du am liebsten?

Meine Kinder sind 11 (*1999) und 13 (*1997).

Am liebsten schreibe ich nachts, wenn alle schlafen und keine Mails und Anrufe eingehen. Langfristig halte ich das aber nicht mehr so durch wie noch vor zehn Jahren. Damals war ich als Kleinkindermutter offenbar noch besser auf Dauerschlafmangel eingestellt.

Wenn ich nicht am Schreibtisch sitze ... Also, ich nehme an, damit hast Du nicht nach meinem Haushaltsfleiß gefragt? Auch nicht nach meinem Lesekonsum? In der Zeit, die daneben noch bleibt, sehe ich zu, dass ich mich draußen bewege. Am liebsten zu Fuß durchs Feld oder den Wald, und am allerliebsten bogenschießend.

Allerdings sind da auch noch ein paar Freunde, die ich gern sehe, eine nette Autorengruppe, außerdem eine Neigung zum Basteln, Malen und Spielen mit Graphikprogrammen. Und ein unendliches Interesse an vielen Themen und Dingen, die von allen Seiten auf mich zugetragen werden.

Tipps für Autoren

Dank des Internets und der rasanten Entwicklung der Ebook-Technik ist es heute jedem möglich, Texte zu veröffentlichen. Zumindest theoretisch können wir unsere Werke jederzeit einer großen Gruppe von Lesern zugänglich machen. In der Realität klappt das oft nicht wie erwünscht, weil gerade im elektronischen Bereich schier unendlich viele Inhalte um die Aufmerksamkeit weniger „Empfänger“ konkurrieren.

Wenn es trotzdem gelingen soll, eine große Anzahl von Lesern (oder einen Verlag) zu finden, die auch noch bereit sind, uns für das Lese-Erlebnis angemessen zu bezahlen, dann gehört dazu neben überzeugender, gekonnter Arbeit eine große Portion Glück. Auch die perfekte Umsetzung der besten Ratschläge kann dieses Glück nicht erzwingen.

Ohne solides handwerkliches Können sinken allerdings die Chancen, Leser zu gewinnen und zu halten, ins Nirgendwo. Weiterbildung, Übung und kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Arbeit gehören also dazu.

Großartige Quellen für Informationen rund um  die Kunst, das Handwerk und den Markt des Schreibens sind zum Beispiel:

Auch Ratgeberbücher zum Thema Schreiben gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Viele davon sind ausgezeichnet. Wer gern schreibt und sich mit seiner Arbeit intensiv auseinandersetzt, wird es sicher auch genießen, in diesem Angebot zu stöbern und sich die für ihn passendsten Titel und Tipps herauszufiltern. Einige meiner eigenen Lieblingsratgeber sind:

Schreiben ist in den meisten Fällen eine bereichernde Erfahrung, die ich jedem von Herzen wünsche. Allerdings muss ich betonen, dass nicht jede Art von Text, und sei sie noch so persönlich bereichernd für die Autorin/den Autor, für eine größere Leserschaft geeignet ist. Professionelles Schreiben für ein großes Publikum stellt ganz besondere Anforderungen. Der beste Tipp, den ich selbst zum Gelingen geben kann, ist: Lesen, lesen, lesen!

Martha, was machst du, wenn du beim Schreiben in eine Denk-Sackgasse geraten bist?

Eine ausführliche Antwort auf diese Frage einer Leserin findet sich hier: Schreiben ist Denksport

Martha, was hat es mit dem Autorenwelt-Shop auf sich? Warum sollte ich dort Bücher kaufen?

Zu diesem Thema habe ich ein langes Blog-Posting geschrieben: Über Fairness und die Welt der Bücher

Auf dem einen Foto sieht es aus, als würdest Du mit Papyrus Autor arbeiten, aber neben dem Bild steht „Scrivener“. Welche Autoren-Software benutzt du denn nun?

Ich habe schon Bücher mit Open Office geschrieben, mit Papyrus Autor und mit Patchwork-dem-Autorenprogramm. Jetzt bin ich bei Scrivener angekommen und damit sehr glücklich. Allerdings verwende ich am Ende der Überarbeitung noch einmal Papyrus Autor, weil die deutschsprachigen Rechtschreib- und Stilfunktionen dort ausgezeichnet sind. Und der letzte Schritt ist die Konvertierung in eine Word-Datei, damit ich nach der Abgabe reibungslos mit meiner Lektorin gemeinsam am Text weiterarbeiten kann. Tolle Software, die ich nebenbei auch verwende, sind die Mindmapping-Werkzeuge Scapple (von den Scrivenermachern) oder die entsprechende Funktion von Papyrus (je nachdem, welche Art Denksportaufgabe ich gerade lösen muss). Die Online-Infosammel-Notizbücher von OneNote nutze ich ebenfalls gern und viel. Braucht man das alles unbedingt? Nö. Papier und Bleistift reichen auch. Aber ich werde ja nicht jünger, und der Computer ist mit den richtigen Werkzeugen schon ein prima Extra-Gedächtnis.

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